Weihnachtsgeschichte – Der Abend, an dem niemand Recht hatte

Shownotes

Manche Abende beginnen mit Kerzenlicht, Rotkohl und gutem Willen und enden mit hochroten Köpfen, politischen Grundsatzdebatten. In dieser Weihnachtsgeschichte geht es um Familie. Um Meinungen. Um Donald Trump, deutsche Politik, Europas Versäumnisse und um die eine Erkenntnis, die an diesem Abend niemand kommen sieht: Dass Recht haben nicht dasselbe ist wie recht behalten. Und dass Weihnachten manchmal genau dann beginnt, wenn alle bereit sind, einen Schritt zurückzutreten. Eine Geschichte über Streit, Lachen, Nähe – und darüber, wie ein gemeinsamer Nachtisch mehr bewirken kann als jede Talkshow des Jahres.

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00:00:29: Der heutige Podcast für Heiligabend ist ein wenig anders als die üblichen Folgen, die ihr kennt.

00:00:36: Meist handelt es sich um Interviews, manchmal erzähle ich auch etwas zu aktuellen politischen oder wirtschaftlichen Ereignissen.

00:00:44: Und diesmal geht es um eine Geschichte.

00:00:47: Eine Geschichte zu Heiligabend.

00:00:50: Ich habe in der Vergangenheit schon die eine oder andere kurze Geschichte geschrieben zum Weihnachtsfest.

00:00:56: Bisschen humorvoll, nachdenklich, emotional.

00:01:00: Ich bin gespannt, wie Euch diese Geschichte gefällt.

00:01:17: Es gibt Abende, an denen geht es nicht um ganz oder Kartoffelsalat.

00:01:22: Es geht um Grundsätzliches, um Weltbilder, um Schuldfragen, um Politik, um Trump, um Europa, um Deutschland und irgendwann um Familie.

00:01:34: Diese Geschichte vom heutigen Podcast spielt an einem ganz normalen Weihnachtsabend.

00:01:41: In einer ganz normalen deutschen Familie.

00:01:44: Und sie endet mit einer Erkenntnis, die wir gerade heute dringend brauchen.

00:01:49: Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ohne den Menschen zu verlieren.

00:02:07: Der Abend begann eigentlich gut.

00:02:10: Der Tisch war festlich gedeckt, das Besteck lag symmetrisch.

00:02:15: Mutter Ursula hat sie sich selbst übertroffen.

00:02:19: Gänsebraten, Rotkohl, Klöße und eine Soße die schon beim Umrühren nachfrieden auch.

00:02:27: Wenn jetzt alle noch pünktlich wären, sagte sie und blickte auf die Uhr.

00:02:30: Ja, Pünktlichkeit, das war Vaters Ding.

00:02:34: Robert, seventy-vier, ehemaliger Beamter, saß bereits seit zehn Minuten Kerzen gerade auf seinem Stuhl.

00:02:42: Dieser wird er exakt gefaltet.

00:02:45: Der Blick wachsam.

00:02:48: Pünktlichkeit, sagte er, ist eine Frage des Respekts.

00:02:53: und Gelassenheit.

00:02:54: eine Frage der Reihe, vermobelte Ursula.

00:02:57: Da klingelte es.

00:03:00: Zuerst kamen Onkel Klaus, Zweiundsechzig ehemaliger Ingenieur, Europakritiker aus Überzeugung.

00:03:07: Ich sage es euch gleich, begann er noch am Flur, Europa hat versagt komplett.

00:03:12: Hinter ihm Cousine Gattroth, vierundreißig Nachhaltigkeitsberaterin, bewaffnend mit Fakten und moralischer Klarheit.

00:03:20: »Hallo zusammen!« sagte sie freundlich.

00:03:23: »Und nein, Klaus, Europa hat nicht versagt, die Menschen haben versagt!«.

00:03:28: Kurz darauf erschien schwage Harald.

00:03:31: – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –.

00:03:39: »Ja, ja, ja, ja.

00:03:51: Winkt er ab, aber muss doch mal sagen dürfen.

00:03:54: »Dosch, wirst du noch?«, sagt der Vater Robert Trocken.

00:04:00: Die Suppe wurde flugserviert.

00:04:02: Und mit ihr das Unvermeidliche.

00:04:06: Also begann Klaus, wenn man sich anschaut, was Europa geopolitisch hier da so geleistet hat, er eigentlich nichts.

00:04:15: Europa ist immerhin ein Friedensprojekt, konnte der Gertrud.

00:04:19: Ein Bürokratie-Monster rief Harald und Deutschland gleich mit Alles reguliert, nichts funktioniert.

00:04:27: Robert Reusperte sich, Ordnung ist die Grundlage jeder funktionierende Gesellschaft.

00:04:33: Ja, Papa, sagte Gertrud, aber Ordnung ohne Menschlichkeit bringt uns auch nicht weiter.

00:04:39: Tram hat wenigstens aufgeräumt, sagte Harald.

00:04:43: Ursula stellte den Löffel ab.

00:04:45: Wir essen jetzt, sagte sie, und wir schreien nicht.

00:04:51: Beim Hauptgang war es vorbei.

00:04:53: Trump, sagte Gertrud, steht für Spaltung, Lügen und Autoritarismus.

00:04:59: Ach komm, sagte Harald, der hat wenigstens gesagt, was Sache ist.

00:05:03: Ja, warf Glaus ein und Europa schaut zu und diskutiert mit Gendersternchen.

00:05:10: Robert schlug mit der Hand auf den Tisch, so redet man hier nicht.

00:05:14: »Warum nicht, fragte Harald, ist doch Demokratie.

00:05:18: Nein, sagte Gertrud, Demokratie ist Verantwortung.«.

00:05:22: Die Stimmen wurden lauter.

00:05:24: Die Ganz wurde kälter.

00:05:26: Ursula stand auf.

00:05:28: Ich gehe kurz in die Küche, sagte sie leise.

00:05:31: Niemand hielt sie auf.

00:05:33: Es war Vater Robert, der den Moment veränderte.

00:05:37: Er stand auf.

00:05:39: Langsam.

00:05:40: Ohne Futh.

00:05:43: Ich habe den Krieg noch im Schatten erlebt, sagte er.

00:05:46: Nicht selbst, aber meine Eltern.

00:05:48: Und wisst ihr, was sie mir beigebracht haben?

00:05:53: Stille.

00:05:54: Das niemand gewinnt, wenn allen nur Recht haben wollen.

00:05:59: Harald Schwieg.

00:06:01: Gertrud sauf ihren Teller.

00:06:04: Klaus riep sich das Kinn.

00:06:06: Vielleicht, sagte Robert, sollten wir weniger darüber reden, wer Schuld ist und mehr darüber... Wie wir miteinander umgehen, Ursula kam zurück.

00:06:17: Sie stellte eine Schale mit Vanillesauce auf den Tisch.

00:06:21: Und erbär.

00:06:24: Der Nachtisch sagte sie, der ist für alle, ohne Bedingung.

00:06:30: Naja, jetzt wurde so langsam so ein bisschen gelacht, zögerlich zuerst.

00:06:36: Harald erzählte einer der Nickdote aus seiner Werkstatt.

00:06:39: Gertrud lachte.

00:06:41: Klaus nickte.

00:06:43: Weißt du?

00:06:44: sagte Harald schließlich zu Gertrudt, »Ich verstehe deine Sorgen, ehrlich.

00:06:49: Und ich verstehe deine Wut,« antwortete sie.

00:06:53: Robert rupt sein Glas.

00:06:55: »Darauf,« sagte er, »das wir nicht einer Meinung sein müssen, um Familie zu bleiben.«.

00:07:01: Alle schließen an.

00:07:02: Und für einen Moment war es still.

00:07:06: Nicht die unangenehme Stille, sondern die gute, die ihn der niemals recht hatte.

00:07:12: Und genau deshalb Alles richtig war.

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