Dr. Bernd Althusmann – Demokratie verteidigen wenn die Weltordnung wankt

Shownotes

Was bedeutet Führung, wenn die Weltordnung ins Wanken gerät? Wie viel Verantwortung tragen Demokratien über nationale Grenzen hinaus? In dieser Folge spreche ich mit Dr. Bernd Althusmann, dem ehemaligem Wirtschaftsminister und stellvertretendem Ministerpräsidenten Niedersachsens. Heute leitet er das Kanada-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung. Aus seiner aktuellen Perspektive in Kanada blickt Bernd Althusmann auf eine Welt im Umbruch: Demokratien geraten unter Druck, das transatlantische Verhältnis verändert sich spürbar, vertraute Sicherheiten schwinden. In unserem Gespräch geht es um Führung im politischen Wandel, Verantwortung jenseits nationaler Grenzen. Gemeinsam sprechen wir darüber, warum Gleichgültigkeit zur größten Gefahr für Demokratien werden kann – und was es heute braucht, um Freiheit, Sicherheit und Zusammenhalt zu verteidigen.

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00:00:03: Erfolg braucht Verantwortung.

00:00:06: Der Podcast von und mit Udo Gast.

00:00:12: Podcast Folge twohundert achtundsiebzig.

00:00:15: Dr.

00:00:15: Bernd Altusmann.

00:00:17: Demokratie verteidigen, wenn die Weltordnung wangt.

00:00:20: Was bedeutet Führung, wenn die Weltordnung ins Wankengerät?

00:00:24: Wie viel Verantwortung tragen Demokratien über nationale Grenzen hinaus?

00:00:29: In dieser Folge spreche ich mit Dr.

00:00:31: Bernd Altusmann, dem ehemaligen Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Niedersachsens.

00:00:38: Heute leitet er das Kanada-Büro der Konrad-Adenau-Stiftung.

00:00:43: Aus seiner aktuellen Perspektive in Kanada blickt Bernd Altusmann auf eine Welt im Umbruch.

00:00:49: Demokratien geraten unter Druck, das transatlantische Verhältnis verändert sich spürbar, Vertraute-Sicherheiten schwinden.

00:00:57: In unserem Gespräch geht es um Führung im politischen

00:01:00: Wandel,

00:01:00: Verantwortung jenseits nationaler Grenzen und gemeinsam sprechen wir darüber, warum Gleichgültigkeit zur größten Gefahr für Demokratien werden kann und was es heute braucht, um Freiheit, Sicherheit und Zusammenhalt zu verteidigen.

00:01:38: Liebe Zuhörer, liebe Zuschauer, wieder einmal herzlich willkommen zu einer neuen und brandaktuellen Ausgabe zu.

00:01:44: Erfolg braucht Verantwortung.

00:01:47: Es könnte nicht aktueller sein, wir stehen gerade vor dem Wirtschaftskipfel oder mitten im Wirtschaftskipfel in Davos und ich habe heute einen Gast, Dr.

00:01:57: Bernd Altusmann.

00:01:59: Er ist Politiker und hat Verantwortung getragen, kriegt immer noch Verantwortung in verschiedenen Positionen.

00:02:05: Angefangen als Kultusminister in Niedersachsen, als Superminister für vier Aufgabenbereichen.

00:02:12: Wirtschaft, Arbeit, Verkehr, Digitalisierung.

00:02:14: Manche Minister sind schon mit einem Verkehrsministerium reichlich überfordert.

00:02:19: Du war stellvertretender Ministerpräsident, war es in Namibia, hast du Konrad Adenauer Stiftung vertreten.

00:02:26: Und jetzt haben wir einen transatlantischen Call nach Kanawa in Ottawa.

00:02:31: Herzlich willkommen, Dr.

00:02:32: Bernd Altusmann.

00:02:34: Ja, herzlichen Dank lieber Autogast für die Einladung.

00:02:39: Ich fühle mich sehr geehrt, dass wir in Fortsetzung der letzten Gespräche in Lüneburg, in Heiligenthal, nochmal ein wenig über die transatlantischen Beziehungen und vielleicht auch über Kernfragen, die unsere Gesellschaft betreffen, sprechen wollen.

00:02:55: Nämlich die Kernfrage, die auch mich umtreibt als ehemaligen Politiker, muss ich dazu sagen, ist natürlich wie... Es gelingen kann in einer zunehmend unsicherer Welt um uns herum.

00:03:08: Und wir schauen alle gebannt nach Davos.

00:03:10: Wir schauen gebannt auf die Diskussion um Grünland.

00:03:14: Wir schauen gebannt auf die Frage der Arktis und der Sicherheitspolitik.

00:03:18: Und natürlich ebenso schauen wir gebannt auf den immer noch schrecklich stattfindenden und laufenden Krieg gegen die Ukraine.

00:03:26: In solchen Zeiten von großer Unsicherheit braucht man Freunde, braucht man Verbündete.

00:03:32: brauchen wir einen ruhigen Kopf und eine Situation, die am Ende dazu beiträgt, dass wir auch weiterhin in Deutschland, in Europa, aber auch mit unseren befreundeten Bündnispartnern in Kanada auf einer friedlichen Welt leben, die immer unfriedlicher wird.

00:03:51: Die Zahl der Staaten, die eben nicht wie wir ein demokratischer Rechtsstaat sind, die Zahl wird immer geringer.

00:04:00: Inzwischen sind sogar die Autokratischen Systeme in der Mehrheit, wenn wir mal alle rund hundertundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund politisches Handeln weltweit, gerade der Politiker, die von Demokratie überzeugt sind, dass wir sie schützen müssen.

00:04:39: Und diese Demokratie ist durchaus in einer Verteidigungssituation.

00:04:44: Und wenn die Welt jetzt möglicherweise aufgeteilt werden soll, und die nicht nationale Sicherheitsstrategie der USA weist ein wenig darauf hin, dass man sich mehr auf sich selbst konzentrieren will und möglicherweise die Verbündeten, in dem Fall Europa, aber auch Deutschland, dass sich selbst überlässt und die Welt in Hemisphären aufteilt, in Einflussbereiche zwischen den USA, zwischen China und Russland und dem sogenannten globalen Süden.

00:05:09: Das wird ein schwieriges Jahrzehnt, was vor uns liegt.

00:05:13: Und insofern heißt es hier und da auch zusammenrücken und sich auf die wesentlichen Fragen zu konzentrieren.

00:05:19: Und vielleicht manche Debatte, die sowieso geführt wird, vielleicht ein wenig in den Hintergrund treten lassen.

00:05:25: Absolut, absolut.

00:05:27: Genau deswegen bedarf es Menschen, die Bündnisse schaffen, die Bündnisse aktiv unterstützen.

00:05:32: Und du bist einer von denen, die nach Kanada gegangen ist.

00:05:35: Du warst ja auch bereits in Namibia bei der Konrad-Adenauer-Stiftung.

00:05:39: Was hat dich an Kanada gereizt?

00:05:41: Du musst einfach mit, viele werden nicht wissen, was die Konrad-Adenauer-Stiftung macht, welche enormen Leistungen da vollbracht werden.

00:05:50: Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist eine der großen politischen Stiftungen.

00:05:55: Wir sind nicht Teil der Partei, aber wir sind natürlich parteinah.

00:05:59: In dem Fall arbeitet die Konrad-Adneuer-Stiftung immer eng auf die Ziele oder abgestimmt auf die Ziele der Christlich-Demokratischen Union.

00:06:09: Und auch in Kanada gibt es beispielsweise die konservative Partei.

00:06:14: Die Mitglied ist der Internationalen Demokratischen Union.

00:06:18: David McGell ist beispielsweise, ehemalige Ministerpräsident, ein guter Freund von mir, wirklich ein guter Freund, nicht nur politischer.

00:06:24: Freund ist Vizepräsident dieser IDU, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschenrechte zu stärken, Freiheit zu stärken, für eine internationale, regelbasierte Ordnung einzustehen und all diese Dinge sind zum Teil weltweit in Bewegung geraten.

00:06:41: Und die Konrad-Adenauer-Stiftung hat es sich zur eigenen Aufgabe gemacht.

00:06:45: Wir sagen immer gerne, our mission is democracy in

00:06:49: über einhundert

00:06:50: Büros, Vertretungen weltweit.

00:06:54: Ob nur in Afrika, Südamerika, in Nordamerika oder aber im asiatischen Raum, aber auch in Europa, gerade in Osteuropa, dafür zu werben, dass die Menschen sehr wohl erkennen, wie wertvoll Demokratie ist.

00:07:08: Und sie ist schnell verspielt, leichtfertig verspielt und sie ist umso teurer wieder zurück zu gewinnen, mit großem Einsatz, wenn man sie einmal verloren hat.

00:07:18: Und meist gerät leider dieser Prozess des Verlustes, von Demokratie und Freiheit in einer fast unbemerkten Art und Weise

00:07:30: in die Gesellschaft

00:07:31: hinein.

00:07:32: Wir merken es manchmal nicht und insofern braucht es immer wieder Menschen, auch Institutionen wie die Konrad Adenauer Stiftung, die daran erinnert, was

00:07:39: uns zusammenhält,

00:07:41: wofür wir eingestanden haben, wofür Konrad Adenauer nach dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ist, diese Stiftung benannt.

00:07:49: gestanden hat.

00:07:50: Er hat immer mal etwas lapidar gesagt, wir können uns die Menschen nicht backen, wenn wir es wollten.

00:07:57: Sie werden am Ende immer bewerten, wie wir politisch handeln und ob wir verantwortungsvoll handeln, ob wir auch das, was wir sagen, am Ende auch umsetzen.

00:08:07: Und die Konrad-Adenauer-Stiftung hat weltweit über tausend Mitarbeiter.

00:08:13: in den einhundert Büros gibt es Direktoren dieser Büros oder Leiter dieser Büros, einer davon bin ich.

00:08:20: Ich war von zwei tausend und dreizehn bis sechzehn in Namibia und an Ula habe dort mit der Familie gelegen.

00:08:27: Das war eine besondere gute Erfahrung, aber auch eine besondere Erfahrung in einem Land Afrikas, des südlichen Afrikas zu arbeiten und zu leben mit der Familie.

00:08:38: Das ist schon ein Unterschied zu der Frage, ob man dort als Tourist hinführt.

00:08:42: Nicht nur das, weil Deutschland hat ja auch enorme Schuld hinterlassen sozusagen in Namibia, dann in Hereros.

00:08:49: Also das ist schon eine besondere Herausforderung.

00:08:52: Ich gehe gleich nochmal darauf ein.

00:08:55: Kanada, die Kernfrage war ja, auf die ich zurückkommen möchte.

00:08:59: Was hat mich an Kanada gereizt?

00:09:01: Kanada, das war zu dem Zeitpunkt noch nicht endgültig absehbar, als ich mich entschied, nach Kanada für die Stiftung zu gehen.

00:09:10: Kanada ist ein wichtiger Bündnispartner in der NATO.

00:09:13: Kanada hat sich selber immer so als Vermittler und Mittelmacht betrachtet.

00:09:18: Das hat auch der amtierende Premierminister Mark Kearney gerade jetzt bei seiner Rede in Davos nochmal deutlich gemacht.

00:09:27: Ich glaube, parteiübergreifen kann man sagen, das war eine sehr wichtige und eine sehr gute Rede des Premierministers Kanadas.

00:09:36: Ich will nicht davon ablenken, dass es in Kanada viele Probleme gibt, die noch vor ihm liegen, die auch im Land selber wird lösen müssen, aber dennoch der Appell daran, dass sich etwas verändert und wir nicht nostalgisch sein sollten und in der Hoffnung, dass alte Zeiten wieder zurückkehren, sondern dass wir uns mutig und entschlossen der Zukunft stellen müssen.

00:09:55: Ich glaube, das war unter anderem eine der Kernbotschaften und dass wir uns nicht einschüchtern lassen von den autokratischen Regimen von den Diktaturen der Welt, die mit uns in

00:10:08: einen offenen Wettbewerb

00:10:10: treten, in eine offene Auseinandersetzung, zum Teil oder sogar Kriege auslösen.

00:10:15: Und insofern gilt es, die freie Welt zusammenzuhalten.

00:10:19: Und das ist aus meiner Sicht wirklich bedauerlich, dass gerade die USA im Moment jenseits von manchem getrommel und manchem bluff dann doch den Eindruck im Moment erweckt, als verfolge man ganz andere Ziele, nämlich die Welt aufzuteilen.

00:10:34: Auf der einen Seite unter der Führung der USA, die sich sehr stark, wie ich sagte, auf sich selbst konzentriert und auf der anderen Seite natürlich die Großmacht China, aber auch Russland, das sich gerade im Krieg gegen die Ukraine befindet.

00:10:48: Und alle hoffen wir natürlich, dass gerade jetzt in den nächsten Wochen sicher wieder der Jahwastag des Beginns des Krieges.

00:10:57: obwohl er eigentlich im Jahr ist, aber wenn wir davon ausgehen, dass dieser Krieg dann an einem Feb.

00:11:05: und offiziell begonnen wurde, dann hoffen wir natürlich alle, dass möglicherweise im Februar das Signal des Friedens kommen könnte.

00:11:16: Danach sieht es möglicherweise aus, manche Verhandlungen laufen, aber soweit ist es noch lange nicht.

00:11:22: Und von daher brauchen wir solche Institutionen wie die Konrad-Adenauer-Stiftung, die auch Verantwortung, auch mit Blick auf die eigene deutsche Geschichte zeigt.

00:11:34: Denn in Namibia war eines der Kernthemen natürlich die Zeit von four bis neunzehnt acht der Völkermord an Herero und anderen in Namibia mit zwischen sechzig bis hunderttausend Opfern, die zu beklagen sind und aus eigener Erfahrung weiß ich, wie tief diese schreckliche Verantwortung oder beziehungsweise die schrecklichen Dinge, die damals in deutschem Namen in Namibia passiert sind, wie schwer diese Verantwortung auch auf Namibia lastet und den deutschen namibischen Beziehung.

00:12:10: Dennoch müssen wir an dieser Stelle auch ein Stück weit nach vorne schauen und darauf setzen, dass die Menschen verstanden haben, dass mit Gewalt, mit Terror letztendlich keine Lösung im Sinne eines guten Zusammenlebens erreicht werden kann.

00:12:24: Ich selber bin mal in die Politik gegangen und das sehe ich, glaube ich, so auch wie mein guter Freund David McAllister.

00:12:29: Unabhängig von Hautfarbe, unabhängig von Religion und unabhängig von sexueller Orientierung sind es am Ende immer die Menschen und der Respekt voreinander, der der maßgebliche Grundsatz sein sollte, um auch politisch möglicherweise in den Wettstreit bei der Lösung der anstehenden Herausforderungen.

00:12:49: Es muss ein respektvoller Wettstreit um die besten Lösungen für die Menschen in unserem Land sein.

00:12:54: Und die Konrad-Arnauer-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, in den Ländern ein Stück weiter zu beizutragen, indem wir eine Plattform bieten, über die aktuellen Fragen zu debattieren.

00:13:03: Beispielsweise in Kanada, wohin geht es in Zukunft mit der NATO?

00:13:08: Hat die NATO beispielsweise überhaupt noch eine Zukunft unter Einbindung der USA?

00:13:13: Oder müssen wir uns darauf einstellen, unter Führung beispielsweise Kanadas und Europas, vielleicht auch Deutschland als der stärksten Wirtschaftskraft in Europa, hier eine neue nordische Allianz,

00:13:24: New Nordic Alliance,

00:13:26: mit Blick auf die Arctic und mit Blick auf Grünland, Island, was der US-Präsident angeblich verwechselt haben soll, dann auch wirklich zu gründen, um unsere Sicherheit zu gewährleisten.

00:13:38: Das ist etwas, was die Menschen von uns in jeglicher Frage aus meiner Sicht am meisten erwarten, dass sie sicher mit ihren Familien in ihren Ländern leben können.

00:13:47: Und dafür muss Deutschland, dafür muss Europa mehr Verantwortung übernehmen, wenn die USA sich immer weiter zurückziehen.

00:13:54: Und danach sieht es aus.

00:13:56: Absolut.

00:13:57: Und Donald Trump hat in seiner Rede, der hat viel auch blödsinnens, ich will das einfach so sagen.

00:14:03: Aber er hat einen entscheidenden Satz gesagt, der den Mindset der meisten Amerikaner wohl entspricht, sagt er, wir stehen mit der NATO, wir als USA, hundert Prozent zu euch.

00:14:13: Ob ihr das für uns tut, das wissen wir nicht.

00:14:16: Da sind wir uns nicht sicher.

00:14:17: Und das ist, glaube ich, gerade das im Moment, wo wir Europäer uns mehr profilieren müssen.

00:14:22: Wir haben uns ja an eine Wiege gelegt, haben gesagt, na ja, die machen ja schon für uns, die sind ja alle da.

00:14:27: Jetzt müssen wir Verantwortung übernehmen.

00:14:29: Verantwortung ist stärker gezeigt.

00:14:31: Du hast es gesagt, wieso sollen dreihundertdreißig Millionen oder fünfzig Millionen Amerikaner die Verantwortung, die Verteidigung für fünfhundertfünfzig Millionen Europäer übernehmen?

00:14:42: Da stimmt doch irgendetwas nicht.

00:14:43: Also wir müssen ein wenig umdenken.

00:14:46: Das hat stammt von mir.

00:14:48: Ich habe ihn in Bezug genommen auf Christian Leubrecht, ein anerkanter Sicherheitspolitischer Forscher hier in Kanada, deutschstämmig, mit dem ich sehr viel zusammen arbeite.

00:15:01: Er hat diese Frage bewusst provokant in einem Interview gestellt, dass wir ja fast wie selbstverständlich davon ausging bisher, dass die USA die Weltpolizeirolle übernehmen.

00:15:14: Ich darf aber in dem Zusammenhang daran erinnern, dieser Prozess der Distanzierung von bestimmten Fragen und mehr Eigenverantwortung der Europäer einfordert.

00:15:24: Dieser Prozess hat nicht nur bei Donald Trump begonnen, sondern der hat auch schon bei Barack Obama begonnen, der hat auch schon

00:15:30: bei Joe Biden begonnen

00:15:32: und auch der Wettbewerb zwischen Europa und den USA.

00:15:35: mit Blick auf zukünftige wirtschaftliche Herausforderungen.

00:15:37: Ich darf erinnern, es gibt einen Inflation Reduction Act der USA, der von Joe Biden auf den Weg gebracht wurde, der Europa ziemlich unter Druck gesetzt hat.

00:15:47: Europa hat geantwortet mit Ursula von der Leyen, mit einem eigenen Investitionsprogramm.

00:15:51: Am Ende geht es immer darum, dass wir wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sichern.

00:15:57: Denn nichts kommt von nichts.

00:15:59: Wir werden am Ende immer wieder erleben, dass Europa Manche sagen ja, der alte Kontinent auch in einem Wettbewerb steht mit den jeweiligen Kontinenten auf dieser Welt und da sind natürlich insbesondere die USA, bisher unser wichtigster Handelspartner.

00:16:14: Da ist aber auch Kanada,

00:16:16: denn Kanada ist zwar halb so groß, was die Bevölkerungszahl betrifft wie Deutschland und auch mit Blick auf das Bruttoinlandsprodukt, etwa halb so groß wie Deutschland, also rund vierzig Millionen Einwohner und rund zwei Komma fünf Billionen Euro.

00:16:32: Bruttoinlandsprodukt in Kanada.

00:16:34: Wir sind nahezu doppelt so stark, aber wir haben auch mit zweiundachtzig Millionen Menschen natürlich entsprechendes zu leisten.

00:16:41: Das Thema Integration ist in Kanada genauso wie in Deutschland eine ziemliche Herausforderung für dieses Land.

00:16:49: Und insofern sind wir sehr gut beraten, wenn wir uns den

00:16:54: künftigen

00:16:55: Herausforderungen, die weltpolitisch, geopolitisch anstehen, dann auch stellen.

00:16:59: Und was ich sehr dramatisch finde, ist, dass der freie Welthandel durch die Tarif- und Zollpolitik der USA im Moment doch massiv unter Druck ist.

00:17:10: Manche sagen, wir sind längst über den Punkt hinaus, wo es um

00:17:15: einen beginnenden Handelskrieg

00:17:17: es sich handeln könnte.

00:17:18: Wir sind in einem Handelskrieg.

00:17:19: Manche sagen, wir sind wieder im Zeitalter des sogenannten Kalten Krieges.

00:17:24: All das mag jetzt dahingestellt sein, aber klar ist, dass diese Art von Zoll- und Tarifpolitik, die teilweise ja auch willkürlich wirkt, wenn ihr nicht abstut, was ich will in Sachen Grönland, dann, obwohl das jetzt fallen gelassen wurde, dann werde ich wieder mit Zollen, Zellen antworten, also der Druck wird immer stärker, auf Europa, auf Deutschland und wir müssen einfach erkennen und müssen auch dagegen angehen, dass das Recht des

00:17:54: Stärkeren am Ende

00:17:56: die Welt regiert und weniger die Anerkennung des Rechts.

00:18:01: Und

00:18:01: da ist dann der Unterschied.

00:18:02: Daran erinnern wir auch als Konrad-Adenauer-Stiftung in den jeweiligen Einsatzländern, dass die internationale, regelbasierte Ordnung die Anerkennung der Menschenrechte, die Anerkennung des Rechts, des Rechtsstaates, der Freiheit von Medien, der Freiheit der Meinungsäußerung die Anerkennung der verschiedenen Geschlechter, der Religionsfreiheit.

00:18:27: All diese Dinge sind

00:18:28: für uns im Zentrum unserer

00:18:29: Arbeit.

00:18:30: Und deshalb ist die Arbeit der Konrad-Arnauer Stiftung wie auch der anderen politischen Stiftung aus Deutschland so wertvoll, weil wir nicht

00:18:38: in die Länder, in denen

00:18:39: wir tätig sind, gehen,

00:18:41: um den Menschen

00:18:42: jetzt zu erklären, wie es zu gehen hat.

00:18:44: Manchmal mag man hier und da bei der Entwicklungspolitik, die hier und dort mal auf den Weg gebracht wird.

00:18:50: Den Eindruck haben wir, aber im

00:18:51: Grunde nach muss

00:18:52: es darum gehen, den Menschenwege aufzuzeigen.

00:18:54: Wie haben wir etwas gelöst und wie kann zukünftig vielleicht dieses Land, beispielsweise Namibia oder Angola oder andere afrikanische Südafra Sub-Sahara Länder, wie können die eigentlich diesen Weg gehen, aber aus eigener

00:19:09: Kraft?

00:19:11: in den kommenden Jahren.

00:19:12: Darauf wird das ganz entscheidende Ankommen.

00:19:14: Dabei dürfen wir den ersten Blick verlieren, dass wir unsere Eigenkraft auch nicht verlieren dürfen.

00:19:17: Das heißt, und das hat Kanzler Merz, wie ich finde, sehr, sehr deutlich sowohl in Davos, aber auch in seiner letzten Regierungserklärung gesagt,

00:19:25: es kommt jetzt darauf

00:19:26: an, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den Blick zu nehmen, die Überbürokratisierung unseres Landes und natürlich dann auch die Weichen so zu stellen, dass die Leistbarkeit des Lebens für die Menschen in unserem Land gewährleistet ist.

00:19:41: Also können

00:19:42: wir den Wohlstand

00:19:43: so, den wir uns erarbeitet haben, unsere Vorgängergeneration erarbeitet haben,

00:19:47: auch in den kommenden

00:19:48: Jahren so noch leisten, beziehungsweise ihn sichern für die kommenden Jahre, auch generationengerecht sichern, stichwort Rentenfrage.

00:19:56: Das sind alles deutsche Themen, die im Übrigen, ich erwähne es nur am Rande, die auch in Kanada eine

00:20:01: erhebliche Rolle spielen, weil auch hier Die Lebenshaltungskosten, weil auch hier

00:20:06: die Wohnraumfrage,

00:20:07: weil auch hier das Thema Migration, weil auch hier die Frage Sicherheit vor Kriminalität, vor Drogenkriminalität eine hohe Rolle spielt.

00:20:17: Kanada ist jetzt nicht,

00:20:18: wie manche glauben,

00:20:20: das Land

00:20:21: nur der Freiheit und der wunderbaren Berge und der Rocky Mountains und von Vancouver bis

00:20:26: nach Halifax, das

00:20:27: größte Land der

00:20:28: Welt.

00:20:30: Und hier ist, hier fließen

00:20:31: Honig und Milch, nein.

00:20:34: Kanada kämpft genauso wie viele

00:20:36: andere Länder mit den Veränderungen der industriellen Produktion, der

00:20:40: Herausforderung des Klimaschutzes, den Folgen von Unwetterereignissen

00:20:48: oder

00:20:48: sonstigen Katastrophen.

00:20:51: Angeblich soll jetzt am Wochenende hier in Ottawa die Temperaturen auch

00:20:55: bis zu minus dreißig Grad runtergehen.

00:20:58: Da sagen dann manche so gerne, na,

00:21:00: wer redet hier ständig

00:21:01: von Erderwärmung?

00:21:03: ohne dabei anzuerkennen, dass sowohl sehr tiefe Temperaturen als auch sehr hohe Temperaturen zum Teil ja auch mit den Veränderungen der Ströme und der Veränderung des Klimas auf den Weltmeeren

00:21:15: zu tun haben als Ursache

00:21:17: und beides miteinander zusammenmengend.

00:21:19: Also manchmal

00:21:20: wird mir eine

00:21:22: Debatte etwas zu kurz gesprungen.

00:21:24: Du hast ja gesagt, also in einer Rede, wenn die Deutschen sich beklagen über ein Tiefdruckgebiet mit Temperaturen unter null Grad, dann lauft ihr in Kanada noch mit kurzer Hose herum, weil die Leute sagen, ja meine Güte, das ist halt Winter, denn es ist ja schon etwas anderes.

00:21:40: Und ich glaube, das ist uns gar nicht klar.

00:21:42: Und es ist gar nicht klar die Bedeutung von Kanada für uns, für das strahlandsische Bündnis.

00:21:48: Und deswegen ist es so wichtig.

00:21:49: Du hast ja in deiner Zeit auf seltsame Art und Weise eine Rieseninvestition von VW entstanden in Kanada.

00:21:59: Und das wissen wir gar nicht.

00:22:00: Du wirst genau wissen, wieviel Millionen, wieviel Milliarden hat der VW-Konzern in Kanada investiert?

00:22:08: Und wie sind da die wirtschaftlichen Verflechtungsverbindungen?

00:22:11: Wächst da endlich etwas?

00:22:13: Kennt man an, dass Kanada ein sehr, sehr wichtiger Handelspartner ist oder schläft man da?

00:22:17: Ich glaube, es ist immer deutlicher

00:22:18: geworden, dass Kanada zwar voraussichtlich niemals die USA als Handelspartner wird ersetzen können, so mal die USA und Kanada

00:22:30: wie nirgendwo

00:22:31: auf der Welt, aufs Ängste miteinander deren Volkswirtschaften, aufs Ängste miteinander verknüpft sind.

00:22:37: Dennoch steht Kanada im Moment

00:22:39: vor der Kernfrage, was passiert, welchen Weg geht die USA eigentlich?

00:22:44: Welche Rolle spielen wir dabei?

00:22:45: Kanada ist massiv betroffen auch von den Strafzellen der Donald Trump-Politik.

00:22:52: Obwohl es ein

00:22:54: Abkommen

00:22:55: gibt zwischen den USA, zwischen Mexiko und Kanada, so eine Art Freihandelsabkommen.

00:23:00: Und es wird

00:23:00: immer wieder gerne gesagt, ein

00:23:02: Großteil

00:23:02: der Importe sind deshalb von diesen Steuermassnahmen nicht betroffen.

00:23:07: Aber Aluminium und Stahl, also auch eine Industrie,

00:23:11: die maßgeblich unser

00:23:12: Land in Deutschland bricht, hat sehr wohl mit höheren Preisen zu kämpfen.

00:23:16: Und das Ganze wirkt sich am

00:23:17: Ende im

00:23:18: Abbau von Arbeitsplätzen aus.

00:23:21: Und

00:23:21: insofern bin ich

00:23:24: sehr dankbar, dass natürlich

00:23:25: auch deutsche Unternehmen in den letzten Jahren Entscheidungen

00:23:27: getroffen haben, wie zum Beispiel VW, in Kanada zu investieren.

00:23:32: Allerdings mit einer sehr klaren Zielrichtung.

00:23:34: Hier sollen bis zu fünf Milliarden Euro in St.

00:23:38: Thomas, in Ontario, hier in der Provinz, in der auch Otterweiligt

00:23:42: investiert werden, in

00:23:44: wahrscheinlich die größte Giga

00:23:46: Fabrik für die Herstellung von

00:23:48: Brennstoffzellen

00:23:49: bzw.

00:23:50: nicht von Brennstoffzellen, von Batterien,

00:23:52: Batteriezellfertigung.

00:23:54: Das ist hier die

00:23:56: Kernerausforderung

00:23:57: von VW immer mit Blick auf den gesamten nordamerikanischen Markt

00:24:01: gewesen.

00:24:02: Da Donald Trump allerdings diese Dinge wie Klimawandel

00:24:06: und Veränderung der

00:24:08: Mobilität oder Ausrichtung der Mobilität auf eine neue Antriebstechnologie sehr kategorisch ablehnt,

00:24:15: könnte sich

00:24:15: manches Geschäftsmodell auch von VW

00:24:19: und anderen doch anders darstellen

00:24:21: für die nächsten Jahre.

00:24:23: Die hohe

00:24:23: Abhängigkeit von China,

00:24:26: gerade auch mit Blick auf VW, wird sich hier unter Umstände in den nächsten Jahren

00:24:31: noch schwieriger aus, auch auf den deutschen Standort.

00:24:34: Und insofern

00:24:35: sage ich, dennoch sind

00:24:36: solche Investitionen am

00:24:37: Ende zum Vorteil von beiden,

00:24:39: sowohl

00:24:39: von Kanada als auch von Deutschland,

00:24:42: wenn damit

00:24:43: Arbeitsplätze

00:24:44: in beiden

00:24:44: Ländern geschaffen, aber auch gesichert werden können.

00:24:46: Es sind aber auch Firmen wie Siemens, Airbus Defense

00:24:50: oder

00:24:50: gerade die Verteidigungsindustrie, die jetzt.

00:24:53: mit Blick auf das

00:24:55: Abkommen im letzten Jahr, im Juni,

00:24:58: haben Kanada und die Europäische Union ein neues Verteidigungsabkommen

00:25:02: beschlossen, was es ermöglicht,

00:25:05: dass Kanada

00:25:06: auch an dem europäischen Safe-Programm teilnehmen können.

00:25:10: Das sind

00:25:11: dahinter beverwerbend sich rund hundertfünfzig Milliarden Euro Kreditoptionen.

00:25:15: Nicht Geld direkt, sondern Kreditoptionen.

00:25:18: Und mit diesem Geld könnte Kanada dann auch das Ziel bis zwanzig fünfunddreißig erreichen, nämlich die fünf Prozent Marke zu erreichen, die die NATO-Staaten jetzt vereinbart

00:25:28: haben.

00:25:29: Alle werden sich erinnern.

00:25:30: Das

00:25:30: gehört mal die Vereinbarung.

00:25:31: Zwei Prozent Ziel, was kaum einer erreicht hat.

00:25:34: vor Beginn des Krieges gegen die Ukraine.

00:25:37: Danach wurde entsprechend investiert.

00:25:40: Sowohl in Deutschland, denken wir an die denkwürdige Rede zur Zeitenwende des ehemaligen Bundeskanzlers und der jetzige Bundeskanzler selber

00:25:47: auch sehr klar gesagt hat,

00:25:50: Friedrich Merz,

00:25:50: dass wir

00:25:52: doch Milliarden, hundert Milliarden und andere Programme in die Hand nehmen,

00:25:56: um die Verteidigungsfähigkeit der NATO

00:25:58: und Deutschlands zu sichern.

00:25:59: Und das ist notwendig.

00:26:01: Ich kann es wirklich nur empfehlen, dass wir sowohl in Kanada als auch in Nordamerika erkennen, dass wir nicht länger uns zurücklehnen können im Schaukelstuhl und darauf hoffen,

00:26:15: dass die USA

00:26:15: das Problem

00:26:16: schon lösen.

00:26:17: Sondern wir werden als Europäer gefordert sein, unsere eigene Verteidigung und Sicherheit stärker darzustellen und uns nicht allein

00:26:26: auf die USA zu verlassen.

00:26:29: Das ist eine der Lektionen, die wir jetzt wirklich endgültig.

00:26:33: gelernt haben sollten und der wechselhafte Kurs des Präsidenten in Sachen Grünland oder in anderen Fragen.

00:26:39: bleibt er nur Mitglied der NATO, ja oder nein?

00:26:41: oder zieht er sich

00:26:42: teilweise ein Stück weit zurück

00:26:44: und überlässt

00:26:45: den Europäern

00:26:46: quasi den Großteil

00:26:47: der

00:26:47: eigenen Aufgaben,

00:26:48: die sie ja auch vor sich haben.

00:26:50: Das wird sicherlich abzuwarten

00:26:52: sein.

00:26:53: Ich

00:26:53: persönlich bin immer noch Anhänger des transatlantischen Bündnisses, aber manche haben das transatlantische Bündnis

00:26:59: schon für

00:27:00: Ja, quasi tot erklärt, dass es am Ende sei.

00:27:04: Ich glaube das nicht.

00:27:05: Ich glaube vielmehr, Deutschland sollte sehr stark sich auf eine Verbindung mit den gerade den skandinavischen Ländern.

00:27:13: Ich denke hier an Dänemark, ich denke an Norwegen, ich denke an Finnland, ich denke an Schweden.

00:27:19: Ich denke

00:27:19: auch an die baltischen Staaten, ich denke an Polen, ich denke an Frankreich, dass wir uns gerade mit diesen Ländern sehr, sehr eng in einer Sicherheitspartnerschaft abstimmen, was jetzt zu tun ist.

00:27:29: um einen Schutzschirm für Deutschland und Europa

00:27:33: entsprechend zu sichern.

00:27:35: Und dabei kann uns wiederum der Bündnispartner

00:27:37: Kanada sehr erheblich helfen,

00:27:39: denn Kanada hat den Blick

00:27:41: auf

00:27:41: Grönland, Kanada hat den Blick unter Norbert,

00:27:44: das ist

00:27:44: ein Kommando zwischen

00:27:45: USA

00:27:45: und Kanada, Luftüberwachungskommando.

00:27:49: Die haben den Blick auf, gerade mit Blick auf die Arktis und ich versuche es immer wieder deutlich zu machen, dass wir vielleicht hin und wieder mal von oben auf die Erde schauen.

00:28:00: Und dann sehen wir,

00:28:02: dass

00:28:02: Kanada genau gegenüber, und da liegt dann nur die Arktis dazwischen, genau gegenüber von Russland, Norwegen und anderen

00:28:10: liegt.

00:28:11: Und da geht es dann am Ende um Handelsrouten, die Nordwestpassage

00:28:14: oder

00:28:15: andere die Nordpassage, Südwestpassage.

00:28:17: Es geht um Transportrouten, es geht um Handelsrouten, es geht um wirtschaftlichen Einfluss, es geht um Sicherheit, Nordamerikas.

00:28:25: die durch Kanada sicherlich hoffentlich auch durch die USA, so hat das zumindest gesagt, der amtierende Präsident sichergestellt werden sollen.

00:28:33: und er hat in einem Beisatz erklärt im Zuge des angeblichen Abkommens, was in Sachen Grünland geschlossen würde, dass mit Blick auf Grünland die USA natürlich dort dann auch Europa verteidigen

00:28:47: würden

00:28:48: im Zweifelsfall.

00:28:51: Nun warten wir ab, wie es wirklich ist, aber die Verteidigungsindustrie, Stichwort U-Boote.

00:28:56: Kanada braucht neue U-Boote,

00:28:58: Stichwort

00:28:59: Luftverteidigung.

00:29:00: Kanada überlegt gerade bestimmte Flugzeuge neu zu beschaffen oder die bisherigen Aufträge zu verändern.

00:29:07: Das ist eine

00:29:07: sehr

00:29:08: spannende Diskussion,

00:29:09: die

00:29:09: hier in

00:29:09: Kanada gerade

00:29:10: stattfindet.

00:29:11: Also insofern müssen wir wirklich abwarten,

00:29:14: was dort

00:29:15: passieren wird.

00:29:17: Wobei vielleicht ist sogar diese Formulierung falsch.

00:29:19: Abwarten hilft an dieser Stelle nicht, sondern

00:29:22: sich wirklich

00:29:23: konzentrieren auf eine enge Partnerschaft mit Kanada.

00:29:27: Und meine Hoffnung ist, dass Kanada neben der Ankündigung am Ende auch dies erfüllt, dass es gemeinsam mit Europa und Deutschland hier eine neue Sicherheitspartnerschaft

00:29:40: so darstellt, dass

00:29:41: wenn die USA sich weiter in Richtung China und den Indo-Pazifischen Raum konzentrieren,

00:29:46: dass wir

00:29:47: gemeinsam stark genug sind, um auch abzuschrecken, um Russland abzuschrecken oder auch andere Länder davor abzuschrecken, in anderen Ländern einzufallen.

00:29:58: Denken wir an den möglichen Konflikt, nach wie vor drohenden Konflikt zwischen China und

00:30:03: Taiwan.

00:30:05: Du hast einen entscheidenden Satz geprägt, der fand ich sehr bemerkenswert und zwar das gefährlichste für die Demokratie ist die Gleichgültigkeit.

00:30:13: Und ich habe das Gefühl, dass wir Menschen oder die meisten Menschen immer noch zugleichgültig sind.

00:30:17: Ich kann ja sowieso nichts machen, ich kann ja sowieso nichts ändern, die da oben.

00:30:21: die Weltpolitik ist leider... dominiert von Einzelpersonen, seit Jahrtausenden.

00:30:27: Und da kann sich nur etwas daran ändern, wenn Menschen Verantwortung übernehmen.

00:30:32: Und das ist ja so schwierig, heute Menschen zu finden, die überhaupt in die Politik gehen, in die Verantwortung sagen, nö, auch na, das will ich ja gar nicht.

00:30:39: Und wenn sie dann in die Verantwortung gehen, dann werden sie auch noch beschimpft, dann haben sie Gefahr für Leib und Leben.

00:30:47: Was können wir tun, um wieder junge Menschen zu motivieren und sagen, bitte übernimm Verantwortung, geh.

00:30:53: in eine demokratische Partei engagiere dich.

00:30:56: Was können wir tun?

00:30:57: Ich

00:30:57: finde, wir müssen mutig manchen Narrativen,

00:31:02: die da durch die Welt

00:31:03: schwören, mutig entgegentreten.

00:31:05: So nach dem Motto, man könne nichts tun.

00:31:06: und die da oben und wir da unten.

00:31:09: oder

00:31:10: die Politik ist

00:31:12: unfähig und Staat ist nicht handlungsfähig und die Wirtschaft

00:31:17: umgekehrt wird von der Politik

00:31:19: hin und wieder mal angegriffen.

00:31:21: so nach dem Motto ihr könntet ja wenn ihr wolltet

00:31:23: aber

00:31:24: also ich finde dieses gegenseitige hin und her schieben von verantwortung finde ich

00:31:27: sehr sehr schwierig.

00:31:28: ich persönlich

00:31:28: wünschte mir

00:31:29: dass wir spätestens

00:31:30: jetzt erkennen in einer zeit

00:31:32: wo wir

00:31:33: konflikte

00:31:34: erleben

00:31:34: im sudan in Myanmar in taiwan oder in der straße zwischen taiwan und

00:31:40: China

00:31:41: in den usa wissen wir nicht wie die weiteren

00:31:44: wicklung vorangehen wird.

00:31:46: wir erleben den Krieg in der Ukraine.

00:31:48: Es geht mir nicht um Alarmismus.

00:31:50: Mir geht es nicht darum, den Menschen Angst zu machen.

00:31:52: Ich finde, wir müssen sicherlich auch aufhören, den Menschen Angst zu machen, sondern wir müssen sie fliegt weg, ermutigen für Demokratie einzustehen, denn sonst ist sie schneller weg und ist vor allen Dingen Freiheit als die Grundlage für

00:32:05: Demokratie.

00:32:06: schneller

00:32:06: weg, als wir es

00:32:08: uns wünschen.

00:32:09: Und das heißt, sich zu engagieren.

00:32:12: Christian Wulf, der ehemalige Bundespräsident und auch Niedersächsische Ministerpräsident, hat das mal in einem wunderbaren Satz

00:32:18: gesagt.

00:32:19: Er hat in einer

00:32:21: Rede mal gesagt, dass irgendwann in den Achtzigerjahren und davor hatten wir mal in den Parteien in Deutschland rund

00:32:29: drei Millionen Mitgliedern.

00:32:30: Also er bezog sich jetzt nicht

00:32:32: allein auf CDU, sondern er sagte, wir hatten über drei Millionen Mitglieder in den Parteien.

00:32:36: Heute ist es nicht mal mehr eine Million.

00:32:38: Es ist deutlich unterhalb einer Million.

00:32:41: Das heißt,

00:32:42: dieser grundgesetzliche Auftrag, die Parteien wirken an der Willensbildung

00:32:45: des Volkes mit, der ist

00:32:49: zumindest immer weniger attraktiv geworden, für Menschen sich dort einzubringen.

00:32:53: Und mein Appell wäre wirklich, wir machen ja nicht alles richtig.

00:32:58: Und die CDU macht sicherlich auch nicht alles

00:33:00: richtig.

00:33:00: Und

00:33:00: die SPD auch nicht.

00:33:01: Und

00:33:02: die Grünen, wenn ich jetzt Bezug

00:33:05: nehmen würde, auf die neue Debatte über das Mercosur-Abkommen.

00:33:08: Wo man guckt, dass man sagt, kein Fall mit den Rechten, aber im Europäischen Parlament, stimmt man dann mit den Rechten gegen einen Abkommen, Mercosur, gegen einen Markt mit siebenhundert Millionen Menschen.

00:33:23: Dieser Markt, Mercosur, könnte uns unabhängiger machen von eventuellen Abhängen weiterhin bestehenden Abhängigkeiten von den USA.

00:33:31: Und in einer solchen Situation seine Verantwortung nicht wahrzunehmen, als Abgeordneter im Europäischen Parlament und jetzt den Europäischen Gerichtshof anzurufen, da kann ich eigentlich persönlich nur noch mit dem Kopf schütteln.

00:33:42: Und das meine ich einfach, dass das enttäuscht manche Menschen.

00:33:45: Ich will es jetzt nicht nur an den Grünen festmachen, ich könnte es jetzt sicherlich.

00:33:50: viele Beispiele und andere parteipolitische, einzuordnende Menschen würden jetzt sagen, ja, aber die

00:33:56: CDU hat doch.

00:33:57: Ja,

00:33:58: wir haben Fehler gemacht, wir haben unsweifelhaft Fehler gemacht.

00:34:01: Wir können es aber jetzt besser machen, wenn wir eines uns gegenseitig versprechen.

00:34:06: Diese Demokratie lebt von den Menschen, die in dieser Demokratie sich einbringen wollen.

00:34:11: Ich selber habe mal als ganz

00:34:13: junger

00:34:15: angehender Kandidat für den Kreistag und für den Stadtrat in Lüneburg und dann auch für den Ortsrat kandidiert.

00:34:22: Und ich habe mal meiner Frau gezeigt, den ersten Prospekt, den ich damals auf den Weg gebracht habe und ich habe mir ungelogen, Gerd Schafin Lüneburg, mein Mentor, wird es bestätigen können.

00:34:34: Ich habe mir ungelogen.

00:34:36: Zwei Schuhsohlen durchgelaufen, weil ich von Haus zu Haus mit meinem schwarz-weiß kopierten Prospekt rumgelaufen bin, um die Menschen davon zu überzeugen.

00:34:46: A, dass ich natürlich ein guter Kandidat bin, aber B, dass sie vielleicht auch sagen, es ist Wahl.

00:34:51: Ich gehe da auch hin, ich beteilige mich.

00:34:53: Das ist nicht Zuschauerdemokratie, so nach dem Motto, die Politiker da, die machen das schon irgendwie.

00:35:00: Und meistens machen sie es ja sowieso schlecht, nein.

00:35:03: Ich habe sogar die Optionen in Deutschland, mich in einer Partei zu engagieren.

00:35:07: Und wenn man etwas erreichen will, braucht man Mehrheiten.

00:35:10: So ist das nun mal in einer Demokratie.

00:35:12: Und Mehrheiten zu sichern gegen Extremisten.

00:35:17: Darauf kommt es meines Erachtens ganz entscheidend an.

00:35:19: Sonst sind am Ende die Extremisten von links oder rechts in der Mehrheit.

00:35:24: Und dann entsteht dann Deutschland, was wir nicht wollen.

00:35:26: Also ich zumindest nicht.

00:35:28: Weil ich auch für meine Kinder nicht will.

00:35:30: Ich habe insgesamt fünf Kinder, drei eigene und zwei wunderbare Stiefdöchter.

00:35:35: Die eine davon hat schon ein eigenes Kind

00:35:38: bekommen.

00:35:39: Und am Ende geht es natürlich um deren Zukunft.

00:35:41: Und an Weihnachten habe ich viel mit ihnen genau über diese Dinge auch, oder über die Feiertage auch gesprochen.

00:35:45: Es geht um eure Zukunft.

00:35:47: Ich habe ein Teil meiner Zeit in der Politik verbracht mit hohem Engagement.

00:35:52: Und es hat mir ausgesprochen viel Spaß gemacht, gerade in der Kommunalpolitik, auch im Ortsrat.

00:35:57: Da geht es nicht um Weltpolitik.

00:35:59: Da geht es um ganz normale einfache

00:36:01: Dinge,

00:36:01: auch im Stadtrat von Nürnburgr oder im Kreistag.

00:36:03: Da geht es um die Brücke, die eigentlich längst hätte kommen müssen.

00:36:07: Weiß ich.

00:36:09: Ich habe meinen Teil versucht dazu beizutragen, aber am Ende muss man Entscheidungen auch akzeptieren.

00:36:16: Und wenn Bürger sich in Deutschland immer weiter zurücklehnen und dann sagen, das ist jetzt kein Vorwurf, sondern sich zurücklehnen und darauf hoffen, irgendeiner wird das Problem schon lösen.

00:36:27: Dann ist das eine Fehlannahm.

00:36:29: Oder es werden die Falschen lösen und dann kommt plötzlich was ganz anderes dabei heraus.

00:36:34: Das war eigentlich ein wunderbares Schluss, würde ich mir sagen.

00:36:37: Aber jetzt lassen wir ganz zum Schluss nochmal ein bisschen privater werden.

00:36:41: Du lebst hier in Kanada ein faszinierendes Land.

00:36:44: Ich glaube, das Land mit den meisten Waschbären, soweit ich das weiß, da gibt es ja Hauptstädte für Waschbären.

00:36:51: Vielleicht noch mal für unsere Zuhörer und Zuschauer.

00:36:53: Warum sollten Sie unbedingt nach Kanada kommen?

00:36:56: Nicht nur, um dich zu besuchen, das wird nicht möglich sein.

00:36:59: Aber warum sollen Sie nach Kanada

00:37:01: kommen?

00:37:02: Ich habe schon so viele Anfragen und so viele Freunde

00:37:04: und

00:37:05: Freunde, die es noch

00:37:06: werden wollen.

00:37:07: Oder die noch Freunde werden wollen, die

00:37:09: nach Kanada kommen wollen, um mich hier zu besuchen.

00:37:11: Also ich lebe in Otterwart.

00:37:13: Also insofern einen Anruf genügt.

00:37:14: Man kann auch unter Konrad Adenauer Stiftung auf jeden Fall

00:37:17: mit mir Kontakt aufnehmen.

00:37:18: Aber das war jetzt kein... Kein Lockangebot.

00:37:22: Kanada ist ein wunderbares Land mit wunderbaren Menschen.

00:37:27: Es ist ein Land, in dem die Menschen überwiegend sehr, sehr höflich sind, sehr, sehr verständnisvoll, die auch an einer gemeinsamen Lösung interessiert sind.

00:37:37: und es ist ein Land vielleicht nicht der Unbegrenzten, vielleicht auch eher der Begrenztenmöglichkeiten trotz dieser Größe dieses Landes.

00:37:46: und dennoch wäre mal Landschaft erleben will, wer mal Menschen in ländlichen Regionen, nicht nur in den Städten.

00:37:53: Ich

00:37:53: bewege mich überwiegend im Raum.

00:37:56: Otto, Ronto, Montreal,

00:38:00: Halifax, um

00:38:02: mal den Osten aufzuzeigen oder den Westen, Vancouver und demnächst nochmal in Calgary.

00:38:09: Das sind tolle Erlebnisse dieses Land auch einmal ein wenig kennenzulernen, aber am Ende kommt es immer auf die Menschen an.

00:38:14: Wenn man die kanadische Kultur und die kanadischen Menschen, auch gerade die Indigenous people, die First Nations, die selber dieses Land über viele Jahrhunderte besessen und gepflegt haben, denen das Land auch aus gehört, dem Grunde nach.

00:38:33: Sie sind Schützer, Bewacher, Verteidiger dieses Landes.

00:38:38: Wer mal einsteigen will in diese Kultur von White Horse am Rande der Arktis, wo ich im März letzten Jahres war, Bis in andere Regionen.

00:38:48: überall spielt dieses Thema der Einheimischen, der First Nations, der Indigenous People eine große, große Rolle.

00:38:55: Und man muss sehr respektvoll aus meiner Sicht mit denen umgehen.

00:39:00: Und ich glaube einfach, dass es sich lohnt, nach Kanada nicht nur zur Fußball-Weltmeisterschaft, zu kommen, sondern dieses Land zu erleben, wie freundlich die Menschen sind, dass sie interessiert sind, sie hören zu, sie sind zugewandt.

00:39:16: Sie sind aber auch manchmal gelassen.

00:39:20: Und diese innere Gelassenheit, die wünschte ich uns auch manchmal.

00:39:23: Diese Gelassenheit hat allerdings auch eine Ursache, weil die Kanadier natürlich bisher von solchen schrecklichen Kriegen wie zum Beispiel erster Zweiter Weltkrieg oder anderen Auseinandersetzungen, zwar indem sie Soldaten geschickt haben,

00:39:39: betroffen.

00:39:40: Aber dem Grunde nach Ich glaube, das darf man sagen, hat gerade der nordamerikanische Raum jenseits der früheren Bürgerkriege

00:39:48: und

00:39:48: der Auseinandersetzung dann doch eine relativ sichere Situation gehabt

00:39:52: über die vielen Jahre.

00:39:53: Aber jetzt durch den Einsatz von Drohnen, durch Cyberkriminalität, durch weitreichende Raketen ist selbst die Gefahr für Nordamerika, für Grönland, für Island, für den gesamten nordischen Raum nach wie vor gegeben, dass irgendwelche verrückten irgendwann mal auf die Idee kommen, zu sagen, wir greifen dieses oder

00:40:16: jenes mal an oder

00:40:18: wir wollen einfach

00:40:19: nur zerstören.

00:40:20: Terroristen wollen einfach nur zerstören.

00:40:22: Sie wollen unsere Lebensgrundlagen zerstören.

00:40:25: Sie sind diejenigen, die Freiheit nicht

00:40:27: mögen,

00:40:28: die Freiheit nicht wollen.

00:40:30: Sie

00:40:31: letztendlich unsere Art zu leben, ob nun in Kanada oder in Europa, Grundtief ablehnen.

00:40:37: Und das ist die Auseinandersetzung.

00:40:39: der Systeme.

00:40:41: Und deshalb plädiere ich sehr dafür, bringen Sie sich ein in die deutsche Gesellschaft, ob nun ehrenamtlich in der Politik oder ehrenamtlich in irgendeiner Organisation zum Wohle der Menschen, weil das macht immer einen Unterschied.

00:40:54: Ob wir viele helfende Hände haben, die sich ehrenamtlich einbringen oder darauf setzen, dass irgendjemand das schon erledigt.

00:41:01: So funktioniert halt

00:41:02: Gesellschaft nicht.

00:41:03: Und deshalb

00:41:03: mein Appell bei der diesjährigen Kommunalwahl.

00:41:06: egal in welcher

00:41:07: Partei sie dann antreten.

00:41:08: Hauptsache, es ist keine

00:41:09: extremistische, links- oder rechtsgelagerte

00:41:11: Partei.

00:41:12: Aber bringen Sie sich ein.

00:41:13: In Ihrer Gemeinde, in Ihrer Kommune, in Ihrer Samtgemeinde, in Ihrer Stadt.

00:41:19: Davon lebt Demokratie.

00:41:20: Sie muss jeden Tag neuerart erarbeitet werden.

00:41:23: Wenn wir dazu nicht mehr bereit sind, sind wir sich schneller los,

00:41:26: als wir glauben.

00:41:28: Lieber Bernd, also ein besseres Schlusswort kann es nicht geben.

00:41:30: Lass uns den verrückten Einhalt gebieten, lass uns engagieren, Verantwortung übernehmen für einen Fortbestand der Demokratie.

00:41:37: Ich danke dir sehr für diese wunderbaren und wertvollen Einsichten, die du uns nahegebracht hast.

00:41:43: Ganz herzlichen Dank und herzlich Grüße nach Cannabar.

00:41:47: Alles Gute.

00:41:50: Erfolg braucht

00:41:51: Verantwortung.

00:41:52: Der

00:41:53: Podcast von und mit Udo

00:41:54: Gast.

00:41:56: Für Unterstützung und Beratung kontaktieren

00:41:58: Sie ULO-Gast.

00:41:59: Die Kontaktdaten

00:42:00: finden Sie in den Shownauts.

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